Dienstag, 18. Dezember 2018

KEIN BOCK AUF WEIHNACHTEN - NO HO HO. SENDUNG VERPASST? JETZT NACHHÖREN.

War wie immer eine Live-Sendung. Wer hätte gedacht, das die mit Erich Kästner und seinem musikalischen Transport ins Heute startete? Sehr unter die Haut ging die Sound- und Nachrichtencollage von Simon & Garfunkel - zu hören gab es die Aufnahme von der Vinyl-Single. Eric Idle von den Monty Pythons (Das Leben des Brian) schoß mit seinem "Fuck Christmas" den provokatorischen Vogel ab: a song for sentimental bastards. Großartig und im Stile eines New Orleans Funerals kam auch "Element Of Crime" rüber - da rieselte der Schnee ganz leise. Swing-Sängerin Erin McKeown fordert bei "Santa Is An Asshole" zum fröhlichen sing along auf. Hintergründiges zu meinem Lieblings Anti-Christmas Song von den Pogues & Kirsty McColl durfte auch nicht fehlen. Neugierig? Zum Nachhören und/oder herunterladen auf das Foto klicken. Der Herr ist auch zu hören ...

https://www.dropbox.com/s/qf60xf0oyo9eeyh/77%20No%20Ho%20Ho%20%28Radio-Blog%29.mp3?dl=0
Playlist

01 Halleluja (Jingle)
02 Saltatio Mortis - Morgen Kinder wird's nichts geben
03 Simon & Garfunkel - 7O'Clock News (Silent Night)
04 Die Roten Rosen - Weihnachtsmann vom Dach
05 TTRH (Bob Dylan) The Bellrays - Poor Old Rudolph
06 Plastic Ono Band - Happy Xmas (War Is Over)
07 Miles Davis & Bob Dorough - Blue Xmas
08 M.A. Numminen - Unbegreifliches Weihnachtsfest
09 Sun Ra & The Qualities - It's Christmas Time
10 Eric Idle - Fuck Christmas (live)
11 Element Of Crime - Leise rieselt der Schnee
12 Postmodern Jukebox - God Rest Ye Merry Gentleman
13 The Pogues & Kirsty McColl - Fairytale Of New York
14 Udo Lindenberg - Du heißt jetzt Jeremias
15 Erin McKeown - Santa Is An Asshole
16 Dropkick Murphys - The Season's Upon Us
 
Auch die Botschaft von John & Yoko gab es zu hören ...
 
 

Mittwoch, 5. Dezember 2018

NO HO HO. Der Anti-Christmas Soundtrack 2018! Livesendung am 12. Dezember - 21.00 Uhr (FRK)



Für größere Ansicht auf den Flyer klicken

Weihnachtsgeschenketerror. Rohes Fest. CD-Tipps für den Gabentisch, Paketzustellungsorgien, Eisrutschen auf Weihnachtsmärkten. Die finden bestimmt irgendwann auch ganzjährig statt. Heuchelei und jede Menge Weihnachtslieder. Die klassischen und auch die von unzähligen Popgrößen. Kein Entrinnen.
Gibt es sie noch - die Weihnachtsverweigerer, alles Anzweifler und notorischen Spielverderber? Hoffentlich. „Was Santa Claus A Black Man“ und andere bohrende Fragen.
Zeit für den Anti-Christmas Soundtrack. Zeit für kritische, subversive, humorvolle, auch bösartige bis nachdenkliche Alternativen zum traditionellen Weihnachts-lieder Repertoire.
Mit Monty Pythons Eric Idle, den Roten Rosen, The Pogues & Kirsty McCall, den 7 O‘Clock News von Simon & Garfunkel, Bob Dylan (zumindest als Inspiration), dem Engel Jeremias, dem Finnen Numminen (singt deutsch) und einem „Stille Nacht Special“. Auch hard to find X-mas Songs von Sun Ra, Miles Davis, Element of Crime und der fantastisch provokanten Erin McKeown (Oh Santa, how I hate you) stehen auf dem Sendezettel. NO HO HO.
Mittwoch, 12.12. – 21 Uhr, Freies Radio Kassel, 105,8 Mhz oder livestream: www.freies-radio-kassel.de


Freitag, 5. Oktober 2018

ROCK'N'ROLL JEWS - SENDUNG VOM 3. OKTOBER VERPASST? JETZT NACHHÖREN ..

Hat Spaß gemacht und meinen Horizont erweitert. Zum Nachhören einfach auf den Button klicken. Wie immer freue ich mich über eure Reaktionen.  
https://www.dropbox.com/s/qk6unqz5yyk5dca/76%20Rock%27n%27Roll%20Jews%20%28Radioversion%29.mp3?dl=0
 Playlist

01 Hound Dog - Jingle
02 Wilbert Harrison – Kansas City
03 Bullmoose Jackson & His Bearcats – Nosey Joe
04 Elvis Presley – Hound Dog (Klingende Post)
05 Big Mama Thornton – Hound Dog
06 Big Joe Turner – Boogie Woogie Country Girl
07 Ray Charles – Lonely Avenue
08 The Drifters – Save The Last Dance For Me
09 Rosanne Cash – I Count The Tears
10 Elvis Presley – Trouble
11 Ruth Brown – Lucky Lips
12 The Coasters – Three Cool Cats
13 The Clovers - Love Potion Number Nine
14 Alan Freed – Moondog Radio Show (Trailer)
15 Teddy Bears – To Know Him Is To Love Him
16 Wanda Jackson – Stupid Cupid
17 Neil Sedaka – Breaking Up Is Hart To Do
18 Carole King – Oh, Neil
19 Bobby Vee – Take Good Care Of My Baby
20 Little Eva – Locomotion
21 The Everly Brothers – Crying In The Rain


Der jüdische Songwriter Jerome Felder alias Doc Pomus (an Krücken, ca. 1947) hat u.a. mit Mort Shuman mehr als zwanzig Songs für Elvis Presley geschrieben

Samstag, 29. September 2018

ROCK’N’ROLL JEWS - A HIDDEN STORY WAITING TO BE TOLD. FREIES RADIO KASSEL, 3. 10. - 21.00 UHR


 
Die Rock'n'Roll Juden Mike Stoller und Jerry Leiber komponierten und texteten
für Elvis Presley - nicht nur Jailhouse Rock
 
Über die Enteignung und Verwässerung der afro-amerikanischen Wurzeln innerhalb des Rock’n’Roll durch weiße Nachahmer ist viel Richtiges geschrieben worden. Elvis Presley brachte sein „Hound Dog“ Millionen ein. Das subtile Original der schwarzen Blues-Ikone Big Mama Thornton erfuhr dagegen wenig Beachtung. Ähnlich erging es Erma Franklin. Ihr „Piece of my Heart“ wurde erst durch die weiße Coverversion von Janis Joplin richtig populär. Auf ähnliche Weise kupferten die Rolling Stones bei der schwarzen Soul-Sängerin Irma Thomas ab, deren „Time is on my side“ aus der Kehle von Mick Jagger die Hitparaden stürmte. Und so weiter und so fort.
Aber da fehlt etwas!
Jerry Leiber und Mike Stoller, zwei damals jugendliche und jüdische Songschreiber, verdanken wir  „Hound Dog“. „Piece of my Heart“ kam aus der Feder von Bert Berns und Jerry Ragovoy, ebenfalls zwei jüdische Composer. Letzterer schrieb auch „Time is on my side“ - gemeinsam mit Jimmy Norman. Und das sind nur wenige Beispiele. Doc Pomus, Mort Shuman, Jerry Wexler, Phil Spector, Carole King, Barry Mann & Cynthia Weil oder Alan Freed. Allesamt Juden, die oftmals hinter den Kulissen agierten – Songs schrieben, Plattenfirmen gründeten oder den Rock’n‘Roll auf Kinoleinwände und Konzertbühnen brachten. „These are the real Rock’n’Roll heroes“ (Michael Billing, Autor). Zeit, diese Geschichten zu erzählen. Vielleicht hieß Johnny B. Goode in Wahrheit doch Jonathan B. Goldstein …
 
Mittwoch, 3. Oktober 2018, 21 Uhr, Freies Radio Kassel - 105,8 Mhz oder livestream: www.freies-radio-kassel.de
 


Kult-Song des Rock'n'Roll - Original von Big Mama Thornton (1953)
 

Mittwoch, 11. April 2018

Hottest stuff in town - Dirty Rhythm & Blues Songs. Sendung verpaßt? Jetzt nachhören ...

Entdeckungsreise. Hat Spaß gemacht. Alle gespielten Titel findet ihr in der Playlist . Zum Nachhören oder herunterladen einfach auf den Kopfhörer-Button klicken. Wie immer freue ich mich über eure Reaktionen.

https://www.dropbox.com/s/tcxemcddz2cmciy/75%20Dirty%20Blues%20-%20Hottest%20Stuff%20In%20Town%20%28Radioversion%29.mp3?dl=0
PLAYLIST

Tampa Red - It's tight like that

Lil Johnson & Black Bob - Press my button, ring my bell
Whistling Rufus - (Who's gonna do your) sweet jelly roll
Alberta Hunter - You can't tell the difference after dark
Lucille Bogan - Shave 'em dry
Hunter & Jenkins - Lollypop
Alberta Hunter - My handy man
Memphis Minnie & Little Walter - Me and my Chauffeur
Walter Brown & Tiny Grimes - Open the door, Richard
The Dominoes - Sixty Minute man
Dinah Washington - Long John Blues
Bullmoose Jackson - Big-Ten-Inch Record
The Clovers - Rotten Cocksucker's Ball
The Swallows - It ain't the meat
Lavern Baker & Jackie Wilson - Think twice (X-rated version)
Dave Bartholomew - My ding-a-ling
Chuck Berry - My ding-a-ling (live)

Zum wohl härtesten Song, Lucille Bogans "Shave 'Em Dry" hat mir ein Hörer und Bluesfan aus Bremen die folgenden Zeilen aus einer englischsprachigen Quelle geschickt: The song was recorded in New York on Tuesday, March 5, 1935.The unexpurgated alternate take is notorious for its explicit sexual references, a unique record of the lyrics sung in after-hours adult Clubs. According to Keith Briggs' liner notes for Document Records Complete Recordings, these were recorded either for the fun of the recording engineers, or for clandestine distribution as a Party Record.


 
 

Freitag, 30. März 2018

Hottest stuff in town – dirty Songs from the Blues Era and nasty Rhythm & Blues tracks from the early 50's

Was für eine Überschrift! Aber damit ist der musikalische Forschungsgegenstand klar umrissen und der Spaßfaktor auch. Als bei uns das nackte Frauenknie noch als skandalös und unschicklich galt und Frauen beim Sex eher auf das Mutterkreuz als auf den finalen Höhepunkt hoffen sollten, war Copulation ein dominierendes Thema des schwarzen Blues im Amerika der 1930/40er Jahre. Durchaus auch von Black Ladies vorgetragen: Ethel Waters, Lil Johnson und Lucille Bogan brachten es auf den Punkt: „Press my Button, ring my Bell“. Das war Tanzmusik die sich jenseits von der aufkommenden Plattenindustrie in dunklen Spelunken und Bars abspielte und austobte.
In dieser Tradition stehen auch die nasty Rhythm & Blues Aufnahmen aus der Zeit kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Da tauchte der „Sixty minute man“ von den Dominoes auf oder Wynonie Harris sang überschäumend leidenschaftlich und ganz unzweideutig „I like my  Baby’s Pudding“. Bullmoose Jackson prahlte mit seinem „Big Ten-Inch (record)“. Es wimmelte in dieser äußerst tanzbaren und wilden Musik nur so von sexuellen Anspielungen und Zweideutigkeiten (double entendre). Chuck Berry feierte in 1972 mit My-Ding-A-Ling ein Aufsehen erregendes Comeback. Zwanzig Jahre vorher schaffte es Dave Bartholomew’s Originals bloß auf den Index.
Zu hören sind weitere seltene Originale, die von vielen Radiostationen boykottiert wurden. Etwa „Rotten Cocksuckers Ball“ von den Clovers – eine Acapella-Parodie auf den Swing-Klassiker „The Darktown Strutters Ball.“ Natürlich darf auch die X-rated Version von „Think Twice“ aus den Kehlen von Lavern Baker und Jackie Wilson nicht fehlen.

Mittwoch, 4. April, 21 Uhr.  Wiederholung am Donnerstag, 5. April, 13 Uhr.
Freis Radio Kassel. 105,8 MHZ oder Livestream: www.freies-radio-kassel.de