Freitag, 5. Oktober 2018

ROCK'N'ROLL JEWS - SENDUNG VOM 3. OKTOBER VERPASST? JETZT NACHHÖREN ..

Hat Spaß gemacht und meinen Horizont erweitert. Zum Nachhören einfach auf den Button klicken. Wie immer freue ich mich über eure Reaktionen.  
https://www.dropbox.com/s/qk6unqz5yyk5dca/76%20Rock%27n%27Roll%20Jews%20%28Radioversion%29.mp3?dl=0
 Playlist

01 Hound Dog - Jingle
02 Wilbert Harrison – Kansas City
03 Bullmoose Jackson & His Bearcats – Nosey Joe
04 Elvis Presley – Hound Dog (Klingende Post)
05 Big Mama Thornton – Hound Dog
06 Big Joe Turner – Boogie Woogie Country Girl
07 Ray Charles – Lonely Avenue
08 The Drifters – Save The Last Dance For Me
09 Rosanne Cash – I Count The Tears
10 Elvis Presley – Trouble
11 Ruth Brown – Lucky Lips
12 The Coasters – Three Cool Cats
14 Alan Freed – Moondog Radio Show (Trailer)
15 Teddy Bears – To Know Him Is To Love Him
16 Wanda Jackson – Stupid Cupid
17 Neil Sedaka – Breaking Up Is Hart To Do
18 Carole King – Oh, Neil
19 Bobby Vee – Take Good Care Of My Baby
20 Little Eva – Locomotion
21 The Everly Brothers – Crying In The Rain


Der jüdische Songwriter Jerome Felder alias Doc Pomus (an Krücken, ca. 1947) hat u.a. mit Mort Shuman mehr als zwanzig Songs für Elvis Presley geschrieben

Samstag, 29. September 2018

ROCK’N’ROLL JEWS - A HIDDEN STORY WAITING TO BE TOLD. FREIES RADIO KASSEL, 3. 10. - 21.00 UHR


 
Die Rock'n'Roll Juden Mike Stoller und Jerry Leiber komponierten und texteten
für Elvis Presley - nicht nur Jailhouse Rock
 
Über die Enteignung und Verwässerung der afro-amerikanischen Wurzeln innerhalb des Rock’n’Roll durch weiße Nachahmer ist viel Richtiges geschrieben worden. Elvis Presley brachte sein „Hound Dog“ Millionen ein. Das subtile Original der schwarzen Blues-Ikone Big Mama Thornton erfuhr dagegen wenig Beachtung. Ähnlich erging es Erma Franklin. Ihr „Piece of my Heart“ wurde erst durch die weiße Coverversion von Janis Joplin richtig populär. Auf ähnliche Weise kupferten die Rolling Stones bei der schwarzen Soul-Sängerin Irma Thomas ab, deren „Time is on my side“ aus der Kehle von Mick Jagger die Hitparaden stürmte. Und so weiter und so fort.
Aber da fehlt etwas!
Jerry Leiber und Mike Stoller, zwei damals jugendliche und jüdische Songschreiber, verdanken wir  „Hound Dog“. „Piece of my Heart“ kam aus der Feder von Bert Berns und Jerry Ragovoy, ebenfalls zwei jüdische Composer. Letzterer schrieb auch „Time is on my side“ - gemeinsam mit Jimmy Norman. Und das sind nur wenige Beispiele. Doc Pomus, Mort Shuman, Jerry Wexler, Phil Spector, Carole King, Barry Mann & Cynthia Weil oder Alan Freed. Allesamt Juden, die oftmals hinter den Kulissen agierten – Songs schrieben, Plattenfirmen gründeten oder den Rock’n‘Roll auf Kinoleinwände und Konzertbühnen brachten. „These are the real Rock’n’Roll heroes“ (Michael Billing, Autor). Zeit, diese Geschichten zu erzählen. Vielleicht hieß Johnny B. Goode in Wahrheit doch Jonathan B. Goldstein …
 
Mittwoch, 3. Oktober 2018, 21 Uhr, Freies Radio Kassel - 105,8 Mhz oder livestream: www.freies-radio-kassel.de
 


Kult-Song des Rock'n'Roll - Original von Big Mama Thornton (1953)
 

Mittwoch, 11. April 2018

Hottest stuff in town - Dirty Rhythm & Blues Songs. Sendung verpaßt? Jetzt nachhören ...

Entdeckungsreise. Hat Spaß gemacht. Alle gespielten Titel findet ihr in der Playlist . Zum Nachhören oder herunterladen einfach auf den Kopfhörer-Button klicken. Wie immer freue ich mich über eure Reaktionen.


https://www.dropbox.com/s/tcxemcddz2cmciy/75%20Dirty%20Blues%20-%20Hottest%20Stuff%20In%20Town%20%28Radioversion%29.mp3?dl=0
PLAYLIST


Tampa Red - It's tight like that
Lil Johnson & Black Bob - Press my button, ring my bell
Whistling Rufus - (Who's gonna do your) sweet jelly roll
Alberta Hunter - You can't tell the difference after dark
Lucille Bogan - Shave 'em dry
Hunter & Jenkins - Lollypop
Alberta Hunter - My handy man
Memphis Minnie & Little Walter - Me and my Chauffeur
Walter Brown & Tiny Grimes - Open the door, Richard
The Dominoes - Sixty Minute man
Dinah Washington - Long John Blues
Bullmoose Jackson - Big-Ten-Inch Record
The Clovers - Rotten Cocksucker's Ball
The Swallows - It ain't the meat
Lavern Baker & Jackie Wilson - Think twice (X-rated version)
Dave Bartholomew - My ding-a-ling
Chuck Berry - My ding-a-ling (live)





Zum wohl härtesten Song, Lucille Bogans "Shave 'Em Dry" hat mir ein Hörer und Bluesfan aus Bremen (!) die folgenden Zeilen aus einer englischsprachigen Quelle geschickt: The song was recorded in New York on Tuesday, March 5, 1935.
The unexpurgated alternate take is notorious for its explicit sexual references, a unique record of the lyrics sung in after-hours adult Clubs. According to Keith Briggs' liner notes for Document Records Complete Recordings, these were recorded either for the fun of the recording engineers, or for clandestine distribution as a Party Record.







Freitag, 30. März 2018

Hottest stuff in town – dirty Songs from the Blues Era and nasty Rhythm & Blues tracks from the early 50's

Was für eine Überschrift! Aber damit ist der musikalische Forschungsgegenstand klar umrissen und der Spaßfaktor auch. Als bei uns das nackte Frauenknie noch als skandalös und unschicklich galt und Frauen beim Sex eher auf das Mutterkreuz als auf den finalen Höhepunkt hoffen sollten, war Copulation ein dominierendes Thema des schwarzen Blues im Amerika der 1930/40er Jahre. Durchaus auch von Black Ladies vorgetragen: Ethel Waters, Lil Johnson und Lucille Bogan brachten es auf den Punkt: „Press my Button, ring my Bell“. Das war Tanzmusik die sich jenseits von der aufkommenden Plattenindustrie in dunklen Spelunken und Bars abspielte und austobte.
In dieser Tradition stehen auch die nasty Rhythm & Blues Aufnahmen aus der Zeit kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Da tauchte der „Sixty minute man“ von den Dominoes auf oder Wynonie Harris sang überschäumend leidenschaftlich und ganz unzweideutig „I like my  Baby’s Pudding“. Bullmoose Jackson prahlte mit seinem „Big Ten-Inch (record)“. Es wimmelte in dieser äußerst tanzbaren und wilden Musik nur so von sexuellen Anspielungen und Zweideutigkeiten (double entendre). Chuck Berry feierte in 1972 mit My-Ding-A-Ling ein Aufsehen erregendes Comeback. Zwanzig Jahre vorher schaffte es Dave Bartholomew’s Originals bloß auf den Index.
Zu hören sind weitere seltene Originale, die von vielen Radiostationen boykottiert wurden. Etwa „Rotten Cocksuckers Ball“ von den Clovers – eine Acapella-Parodie auf den Swing-Klassiker „The Darktown Strutters Ball.“ Natürlich darf auch die X-rated Version von „Think Twice“ aus den Kehlen von Lavern Baker und Jackie Wilson nicht fehlen.

Mittwoch, 4. April, 21 Uhr.  Wiederholung am Donnerstag, 5. April, 13 Uhr.
Freis Radio Kassel. 105,8 MHZ oder Livestream: www.freies-radio-kassel.de








Donnerstag, 21. Dezember 2017

Hommage: Otis Redding - 50 Years Away. Sendung verpasst? Jetzt nachhören ...

Otis Redding (1941*-1967†) Wie war's? Geniale Live-Songs, Seltenes bis sehr Seltenes, Soul-Balladen "deep in your heart" und Up-Tempo Nummern, bei denen du die Füsse nicht mehr still halten kannst. Garniert mit amüsanten Anekdoten und wenig bekannten backround Infos - the true story about "Sittin' On The Dock Of The Bay" (mit Steve Cropper Interview). Und musikalischen Gästen: den Rolling Stones, Carla Thomas und Aretha Franklin. Soul kommt von Seele. Das konnte man spüren und auch den Spaß den diese ungeschliffene Musik macht. Zum Nachhören oder herunterladen meiner Live-Sendung auf das folgende Kopfhörersymbol klicken.
https://www.dropbox.com/s/15zwwz023l3lfo7/74%20Otis%20Redding%20-%2050%20Years%20away%20%28128kbps%29.mp3?dl=0
Freue mich über eure Reaktionen: hier posten oder per mail an radiowelt@arcor.de schicken.

PLAYLIST


These Armes Of Mine

Shout Bamalama (Confederate 45rpm)
Mr. Pitiful
That's How Strong My Love Is (Otis Redding)
That's How Strong My Love Is (Coverversion Rolling Stones)
Satisfaction
I've Been Loving You Too Long (live)
Shake! (live)
Tramp (mit Carla Thomas)
I've Got Dreams To Remember
Papa's Got A Brand New Bag (live)
Respect (Aretha Franklin)
You Left On The Water Running (Demo-Version, unreleased)
Sittin' On The Dock Of The Bay (Take 1 & Steve Cropper Interview)
Love Man

Amen
Alle abgebildeten Singles (45rpm) gab es zu hören

Samstag, 9. Dezember 2017

OTIS REDDING - HOMMAGE ZUM 50. TODESTAG


Für größere Ansicht auf den Flyer klicken

SHAKE! Sam Cooke, der Soul Crooner, ist schon 1964 gestorben. Little Richard vor ein paar Tagen 85 Jahre alt geworden. Was das miteinander zu tun hat? Beide haben „Big O“ (Otis Redding) inspiriert. Zu sanften Balladen und wilden Bühnenshows. Otis ist nur 26 Jahre alt geworden, als er vom Himmel fiel. Das war 1967, am 10. Dezember. Anlaß genug, an die großartigen Songs zu erinnern, von denen nur der letzte und unvollendete (Sittin‘ On The Dock Of The Bay) bei der breiten Mehrheit im medialen Gedächtnis geblieben ist. Reddings wahrer Zauber erwachte erst auf der Bühne zum Leben, wo ein reißender Strom von Emotionen, Gestik und Identifikation zum Ausbruch kam. Legendär sein Live-Auftritt beim Monterey-Pop-Festival 1967, kurze Zeit bevor er starb.
„Pain In My Heart“ oder „That’s How Strong My Love Is“, haben sich die Rolling Stones bei ihm abgeschaut. Und umgekehrt, gehört „Satisfaction“ aus der Kehle von Otis Redding zum Besten, was Keith Richard je gehört hat. Ach so, das berühmte Pfeifen auf „Sittin‘ On The Dock Of The Bay“ ist gar nicht von Otis Redding. Weshalb auch die krude Ursprungsversion zu hören sein wird und ein Interview über die Entstehung des Songs mit Steve Cropper (dem Co-Autoren und Gitarristen). Frühwerke und Unveröffentlichtes stehen ebenfalls auf dem Sendezettel. Und Balladen, wie das unsterbliche „I’ve Been Loving You Too Long”. Auch jede Menge sadness, wie bei “I’ve Got Dreams To Remember”. Wenn die Zeit reicht, liegt noch eine apokalyptische, deutsch gesungene Coverversion von Mr. Pitiful auf dem Plattenteller: „Sie nannten mich Prinz Eisenherz“. Mal sehen …

Freies Radio Kassel
Mittwoch, 13. Dezember, 21 Uhr
Wiederholung am 14. Dezember, 13 Uhr.
105,8 Mhz oder livestream www.freies-radio-kassel.de



Seltenes Cover einer meiner Lieblings-Singles


Freitag, 2. Juni 2017

d13 Rückblick - Die Gedanken sind frei (Pete Seeger). Sendung jetzt nachhören (download).

Bevor die documenta14 in acht Tagen beginnt, habe ich noch einmal zurück geschaut. Hier geht es nicht um Helene Fischer und ihren ausgebuhten Pokalendspiel-Gig, sondern um die Kultur und die lange Geschichte von Protestmusik. Die konnte und kann ein Beitrag zur Gesellschaftsveränderung sein oder wie Billy Bragg es in der Sendung auf den berühmten Punkt singt: Which side are you on? Viel Spaß beim Nachhören. Einfach auf das Kopfhörersymbol klicken. Wie immer freue ich mich auf eure Reaktionen (radiowelt@arcor.de).

Sendung verpasst?

PLAYLIST

01 Intro – Susan Hiller speaks 1 (Blende: Edwin Starr - War)
02 Pete Seeger – Die Gedanken sind Frei
03 Carlos Puebla – Hasta Siempre Comandante
04 Wolf Biermann – Comandante Che Guevara
05 Sones De Mexico – Esta Tierra Es Tuya
06 Johnny Cash - As Long As the Grass Shall Grow
07 Billy Bragg – Which side are you on
08 Lidiya Ruslanova – Katjusha
09 Sirius B – Bella Ciao
10 Susan Hiller speaks 2 – Optimismus
11 Daniel Kahn & Painted Bird – Arbeitslosen Marsch
12 James Brown – Say it loud, I’m Black and proud
13 Mos Def – Dollar Day
14 Marvin Gaye – What’s going on
15 Thomas Mapfumo & Blacks Unlimited – Corruption
16 Susan Hiller speaks 3 and The Band played Waltzing Mathilda

Dienstag, 23. Mai 2017

100 Protestsongs für 100 Tage documenta. Susan Hillers Kunstwerk auf der d13: Die Gedanken sind frei!

Vor fast 5 Jahren, bei der letzten documenta (der dreizehnten) hat mich besonders die Klanginstallation Susan Hillers "Die Gedanken sind frei" fasziniert. Und weil die Songs leider nichts, aber auch gar nichts an Aktualität verloren haben und weil Bemerkenswertes auch in Erinnerung gerufen werden darf, wird meine Sendung aus dem August 2012, auch auf mancherlei Wunsch hin, am Mittwoch, 31. Mai 2017 - 21 Uhr, nochmals ausgestrahlt.
Sendeankündigung aus dem August 2012 - für größere Ansicht Flyer klicken

Die Gedanken sind frei! So hat Susan Hiller ihre Klanginstallation genannt, die es auf der d13 in der Neuen Galerie und an vier weiteren Standorten zu sehen gab. Entdeckungslustige konnten damals 100 Protest- und Folksongs mit Tiefgang aus funkelnagelneuen Wurlitzer CD-Musikboxen lauschen. Das Song-Spektrum folgte den Vorlieben der mehr als siebzigjährigen Künstlerin. Ein unvollständiges Archiv. „Die Gedanken sind frei“, dieses alte deutsche Volkslied, gesungen von Pete Seeger mit deutscher Titelzeile, feiert die Freiheit des Gewissens und bildet die verbindende Klammer für Hillers Songauswahl. Zu hören gab es Lieder aus dem spanischen Bürgerkrieg (Ernst Busch), Balladen gegen die Lynchjustiz weißer Rassisten (Billie Holiday), Hymnen der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung (Bob Dylan)
und des kubanischen (Carlos Puebla) und chilenischen Befreiungskampfes (Victor Jara). Lieder des Aufstandes im Warschauer Ghetto und anderer, entlegener Kulturen.
Dazu kommt Popmusik, die Kontrapunkt zu den Rhythmen des sogenannten modernen Lebens sein will und ist. Songs von John Lennon, Edwin Starr, Johnny Cash, Leonard Cohen, Tom Waits, den Sex Pistols und Ry Cooder – subversive Statements gegen das Vergessen und Aufgeben.
Die amerikanische und in England lebende Künstlerin Susan Hiller hat einen wunderbaren Soundtrack geschaffen. Kunst zum drüber Reden und Nachdenken an kommunikativen Orten. Fünfzehn Songs und deren Hintergründe, sowie der Mitschnitt eines aktuellen Gesprächs mit Susan Hiller aus dem Deutschlandradio sind im Freien Radio zu hören und machen hoffentlich Lust auf mehr (das Song-Book, mit allen Texten und sehenswerten Illustrationen ist bei der Edition Mouse Publishing erschienen und heute noch im Buchhandel erhältlich, Anm. d.V.).

Freies Radio Kassel
Mittwoch, 31. Mai 2017, 21 Uhr
Donnerstag, 1. Juni, 13 Uhr (Wiederholung)
105,8 Mhz (Antenne) oder
Live-Stream:
www.freies-radio-kassel.de


Es folgenden Cover-Abbildungen von Platten, die u.a. in der Sendung zu hören sind. Für größere Ansicht auf die Cover klicken.









Montag, 1. Mai 2017

ELLA 100 - Sing me a Swing-Song and let me dance. Birthday-Special. Sendung verpasst? Jetzt nachhören ..

Drei Stunden pur Ella Fitzgerald. Ganz schön lang und doch zu kurz für die Musik solch einer Ausnahmekönnerin. In der ersten Stunde gibt es die frühen, sehr tanzbaren, Swing-Songs zu hören - häufig sind das Aufnahmen mit dem Chick Webb Orchestra. Ein seltenes Duett mit dem jungen Frank Sinatra schlummerte jahrelang in den Archiven - "Necessity" heißt die Wiederentdeckung. Der Bebop prägte Ella - sie fand ihn spannend und ihr Scatgesang war das Sahnehäubchen. Ella & her friends: mit Louis Armstrong und Louis Jordan, den Delta Rhythm Boys, den Ink-Spots und Stevie Wonder stand sie auf der Bühne.
Meine Favoriten aus den Verve-Songbooks, vor allem die mit Duke Ellington Kompositionen, sind zu hören. Auch eine herzzerreißende wie traumhafte Ballade aus der Feder von Irwing Berlin: "Reaching for The Moon". Deutsche Ella-Coverversionen von Inge Brandenburg und Peter Alexander sind das schräge I-Tüpfelchen. Ella hat auch in the german language gesungen: Isch fühle misch crazy! Ella goes Pop überrascht mit Beatles- und Creamsongs und einer souligen Version von "These Boots are made for walking" (remember Lee Hazelwood). Ella-Live findet vor allem in der letzten Stunde statt. Das fantastische Berlin-Concert, die Sternstunde, als Ella der Text von "Mack the Knife" einfach nicht mehr einfallen wollte.
Zum Nachhören der Sendung oder für den Download einfach auf das Kopfhörer-Logo klicken.

https://www.dropbox.com/s/lqdxh3udb30scxi/73%20Ella%20Fitzgerald%20-%20Birthday%20Special%20%28Radioversion%29.mp3?dl=0
PLAYLIST
1. Stunde
Tain’t what you do (The Shim Sham Song)
A Tisket, a Tasket
The Dipsy Doodle
The Betcha Nickel Song
When I get low I get high
Bei mir biste scheen
Gotta peeble in my Shoe
Undecided
Cow Cow Boogie (with The Ink-Spots)
It’s only a paper Moon (with The Delta Rhythm Boys)
Stone cold dead in the Market (with Louis Jordan)
Necessity (with Frank Sinatra)
Flying Home
My Baby likes to Bebop
Cotton Tail


2. Stunde
Solid as a Rock
Sugarfoot Rag
Goody Goody
Goody Goody (Inge Brandenburg – deutsch gesungen)
Oops (with Louis Armstrong)
Lullaby of Birdland
Blip Blip
Caravan
Squatty Roo
Rockin‘ in Rhythm
Deed I Do
Reaching for the Moon
Too darn Hot
Es ist viel zu heiß (Peter Alexander singt Too darn Hot auf deutsch)
Beat me Daddy eight to the Bar
Clap Hands, here comes Charlie
Shiny Stockings




3. Stunde
Ich fühle mich Crazy (Ella singt deutsch)
Ol‘ man Mose
Bill Bailey, won’t you please come home
On a slow Boat to China
Ringo Beat
These Boots are made for walking (Nancy Sinatra Cover)
Savoy Truffle (Beatles Cover)
Sunshine of your Love (Cream Cover)
Why don’t you do Right (with Joe Pass)
I can’t give you anything but Love
Mack the Knife (Berlin Concert)
How high the Moon
You are the sunshine of my life (with Stevie Wonder)




Montag, 17. April 2017

ELLA 100 - Sing me a Swing Song and let me Dance (Birthday Special). Samstag, 22. April, 21-24 Uhr

Mein Puls beginnt zu rasen, wenn Miss Fitzgerald anfängt zu scatten. Vorfreudige Hommage. Eigentlich gehe ich meiner Radioleidenschaft an Mittwochabenden, ab 21 Uhr, bei Magic Moments nach. Das Format dauert 60 Minuten, was in der Regel ausreicht, um ein musikalisches Thema oder ein Portrait gebührend rüber zu bringen. Aber es muss Ausnahmen geben!
Am Dienstag nächster Woche, 25. April vor 100 Jahren, wurde Ella Fitzgerald geboren. Der 1996 gestorbenen Jahrhundertsängerin und Ausnahmeerscheinung mit phänomenaler Stimme wurden etliche Grammys verliehen und zahlreiche Huldigungen zu Teil. Aber mit Worten ist ihr Talent, sind ihre Gaben nur unzureichend zu würdigen. Nieder zu knien wäre eine Möglichkeit.
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Fast jeder Radiosender feiert das Ereignis. ARTE lässt uns filmisch gleich mehrfach am Schaffen Ellas teilhaben, und im Netz gibt es sogar eine spezielle Jubiläumsseite.
Ist da, fragt sich also, noch etwas zu erzählen, was nicht sowieso schon vielerorts gesagt oder geschrieben wurde? Vielleicht mittels eines sehr subjektiven Zugangs oder durch die, den eigenen Vorlieben folgende und nicht immer mainstreamverdächtige Musikauswahl. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit, den Puristen zum Trotz. Abseitige, seltene und im Dunklen schmachtende Aufnahmen werden zu hören sein. Auch Twist und Persiflagen. Ganz viel Liveaufnahmen, immer wieder tanzbares und wundervolle Balladen. Mit Bebop und der Musik der Beatles. Mit Stevie Wonder, Louis Armstrong, Dizzy Gillespie, Frank Sinatra, Louis Jordan und mit Tribute-Songs: „We all love Ella – you are the sunshine of my life“. Wie heißt es so kühlschrankkalt: ich hoffe Ihr Interesse geweckt zu haben.

SAMSTAG, 22. April, 21-24 Uhr. FREIES RADIO KASSEL, 105,8 MHZ ODER LIVE-STREAM: WWW.FREIES-RADIO-KASSEL.DE (Wiederholung am Sonntag, 23. April, 13 Uhr).


 
1960 - Das legendäre Berlin-Konzert
1954 - Frank & Ella: Necessity (unreleased)





Freitag, 30. Dezember 2016

'Bermudadreieck' verpasst? Man sang deutsch ...

Die Sendung hat soooo viel Spaß gemacht. L'Orange von Gilbert Bécaud zum Beispiel und dann erst die grandiose Eindeutschung von Dietmar Schönherr - dessen "Orangendieb" bekommt man seltenst zu hören. Ganz aus dem Häuschen waren ein paar Anrufer nach der akustischen und äußerst amüsanten Erschütterung durch Karin Ellings "Ich rühr ein Hexensüppchen an" (witches brew). The history of Beuys and BAP gehört auch nicht zum Lehrplan von Musikstudenten. Bei dem "Protestsong" biegen sich dir die Fußnägel hoch. Eine musikalische Offenbarung dagegen, die Hymne von Jahrhunderttalent Manfred Maurenbrecher, mein absoluter Leonard Cohen Favorit - was die deutsch gesungenen Versionen angeht. Und dann noch der Fuchs! Nur für diese eine Platte schlüpften die Scorpions von Klaus Meine in ein anderes Kostüm und nannten sich "The Hunters". Wer meine Sendung über 'verschollene Songs aus dem Bermudadreieck' verpasst hat bzw. sie noch einmal hören will klickt bitte auf das Kopfhörer-Logo. Bei ausreichend enthusiastischen Reaktionen sind Fortsetzungen nicht auszuschließen.
https://www.dropbox.com/s/n4vqw1j44slx0ak/72c%20-%20Verschollene%20Songs%20aus%20dem%20Bermudadreieck.mp3?dl=0

PLAYLIST

01 Horst Jankowski - Zabadak Jingle (real funk)
02 Daisy Door - Popcorn
03 Manfred Krug - Hör auf
04 Georgie Fame - Yeh Yeh
05 Gilbert Bécaud - L'Orange
06 Dietmar Schönherr - Der Orangendieb
07 Tanja Berg - Soho
08 Christer Bladin - Wildkatze
09 The Blizzards - Hab' keine Lust heut aufzustehen
10 Gene Williams - Mitternacht in Manhatten (Hollies Cover)
11 Joseph Beuys - Sonne statt Reagan
12 Karin Elling - Ich rühr ein Hexensüppchen an
13 Manfred Maurenbrecher - Hymne (Leonard Cohen Cover)
14 The Hunters - Fuchs geh' voran (Sweet Cover)
15 Sasha Distel & Henry Salvador - Mr. Bass Man (Johnny Cymbal Cover)
16 Ferdy (Waldemar Müller) - Ringo (Lorne Greene Cover)

Total time: 1:02:39



Die Livesendung endete genau nach 1 Stunde - beim Mitschnitt hört ihr auch noch den Rest.
Wie immer bin ich neugierig, wie ihr die Sendung fandet. Kommentare könnt ihr hier posten oder mir per mail schreiben: radiowelt@arcor.de














Sonntag, 25. Dezember 2016

Verschollene Songs aus dem Bemudadreieck - man sang deutsch. Mittwoch, 28.12.2016, 21.00 Uhr (FRK)

Für größere Ansicht auf den Flyer klicken
Auch 2016, im Zeitalter der online Streaming Dienste und des schnellen Vergessens gibt es sie noch: Songs, die scheinbar vom Erdboden verschwunden sind und an die sich wenige überhaupt noch erinnern. Eine Rettungstat steht auf dem Radioprogramm. Die Töne werden der ewigen Dunkelheit ohne Moll und Dur entrissen. Eine Art musikalischer Gemischtwarenladen, jenseits von Schubladendenken und gutem Geschmack. Von seltsam bis tanzbar. Mit ganz viel Bum-Bum und skurriler Garantie – bis am Ende sogar das Pony lacht.
In den nicht immer nachvollziehbaren Gehirnwindungen unseres Moderators schlummern diese Obsessionen schon geraume Zeit. Rille um Rille. Man sang deutsch, nicht immer akzentfrei, aber fast immer, wie sich im Nachhinein zeigte, „never released on CD“. Also echte Perlen, unkalkulierbare Attacken auf die Gehörgänge. Da wird ein Hexensüppchen angerührt oder Commander McLane kommt einem Orangendieb auf die Spur. Politpop vom 7000 Eichen-Initiator oder Gesänge eines längst verblichenen Kasseler Hochschulgurus, der unbefriedigt blieb, Stones hin, Stones her. Phantastische, deutschsprachige Coverversionen von Leonard Cohen Songs gesellen sich zu solchen aus dem Wilden Westen - Ben Cartwright, alias Lorne Greene, stand Pate. Funkiges von Kommissar Stöver und das verruchte Lied vom Phantom aus Soho, ganz Edgar Wallace like, drehen sich ebenfalls auf dem Plattenteller. Ganz nebenbei bringt Daisy Popcorn mit, und eine Wildkatze schnurrt ständig um den aufgeregten Moderator herum. All das noch pünktlich zum 2016er Jahresendspurt. Livesendung: Mittwoch, 28.12.2016, 21 Uhr  - 105,8 Mhz oder Livestream: www.freies-radio-kassel.de
Trailer: Verliebt in eine Hexe - Yeah!

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Dienstag, 25. Oktober 2016

Thank you, Brenda ...

.. seit diesem fantastischen yesterday evening im Theaterstübchen, weiß ich erst was alles in einem Song von Elvis, Bill Haley oder Big Joe Turner im Verborgenen schlummert. Zur Hölle mit phantasielosen Plagiaten! Großes Kino, dabei gewesen zu sein. Selten habe ich erlebt, wie drei geniale Musiker (das Jan Luley Trio) so große Lust darauf haben, gemeinsame Sache zu machen. Aber in jeder Sekunde spürte man doch, das ein schwarzes, kleines Energiebündel auf wackeligen Beinen, namens Brenda Boykin, ihnen immer eine Nase voraus war. Magic moments!
Wer meine Brenda Boykin Sendung vom 19. Oktober verpasst hat, kann sie hier nachhören. Einfach auf den farbig unterlegten   BUTTON   klicken.



PLAYLIST

01 Jazz Bizarre (with JoJo Effect)
02 Slippin and slidin' (with the Johnny Nocture Band)
03 Love is in Town
04 Hard Swing Travellin' Man (with Club des Belugas)
05 See you later Alligator (with Jan Luley Trio)
06 Mungo Swing (with JoJo Effect)
07 All the time in the World (Louis Armstrong Cover)
08 Trouble (Elvis Presley Jingle)
09 Trouble (with Jan Luley Trio)
10 I just want to make love to you (Etta James Cover)
11 Feel Me (with Bebos Best)
12 What a friend we have in Jesus (with Jan Luley Trio)
13 Everyday of my Life

Freitag, 14. Oktober 2016

Brenda Boykin kommt - From Ellington to Elvis, Konzertvorschau am Mittwoch, 19. Oktober, 21 Uhr



Brenda Boykin ist auf dem Musikmarkt eine weitgehend Unbekannte. Und das, obwohl die Musikkritik sie schon mal in eine Reihe mit Sarah Vaughn, Ella Fitzgerald, Mahalia Jackson oder Nina Simone stellt.  Ihr Stimmumfang ist außergewöhnlich, ihre Kreativität und Bühnenpräsenz von der ersten Minute an fesselnd. Eine Mischung aus groovendem New Orleans Feeling, elegantem Swing und tiefem Blues steht auf dem Programm.
Die heute beinah Sechzigjährige lebt seit 2004 in Wuppertal. Ja, in Wuppertal. Ihre musikalische Karriere begann in der North Oakland Missionary Baptist Church in Kalifornien. Brenda Boykin wurde 2005 beim Jazzfestival in Montreux als beste Vokalistin ausgezeichnet. Ihr Solo-Album Chocolate and Chilli  “has been chosen by BBC among the best albums of the year 2008”. Auf vielen Lounge- und Burlesque-Samplern ist sie Stammgast. Bei den Nu-Jazz und Elektro-Swing Projekten des Club des Belugas und von Jo-Jo-Effect ist sie der stimmliche Mittelpunkt für ein ganz und gar nicht ergrautes Publikum. 2014 demonstrierte sie beim Ausflug ins Klassik-Genre ihre enorme Vielseitigkeit, gab dem Münchner Rundfunkorchester ihre Stimme und sang George Gershwins „I Got Rhythm“.
Ich freue mich auf den 24. Oktober, denn an diesem Montagabend kommt Brenda Boykin erstmals nach Kassel und eröffnet die Blueswoche im Theaterstübchen. Im Mittelpunkt wird ihr neues Album See Ya Later stehen, das sie mit dem Jan Luley Trio live eingespielt hat. Dann wird sie mit dreckiger Saxophon-Stimme den Elvis Presley Song „Trouble“ zelebrieren („If you looking for trouble, you came to the right place“). Ihre rockigen Cover-Versionen sind keine zwei Minuten Remakes der Originale sondern kleine Jazz-Opern. Im Duett mit dem Bass in Ellingtons „Mood Indigo“ zum Beispiel. Der Alligator-Oldie (See Ya Later) verwandelt sich in eine schnaubende Funkmaschine und bei der Interpretation des  Hank Williams Klassikers "Jambalaya" duftet es sehr nach New Orleans und der Atmosphäre im Tipitina‘s.
In meiner Sendung werden auch Highlights von Brenda Boykin aus ihren besten Studio-Alben und musikalische Kooperationen, zum Beispiel mit dem Club des Belugas, zu hören sein.
Für das Konzert im Theaterstübchen gibt es noch Karten. Beim Scheibenbeisser (Fünffensterstraße) oder direkt unter www.theaterstuebchen.de
Freies Radio Kassel, Mittwoch 19.10 - 21 Uhr. 105,8 Mhz oder Livestream unter
www.freies-radio-kassel.de  Meine Sendung wird am 20.10 - 13 Uhr, wiederholt.
The other side of Brenda Video mit Jojo Effect - Mr. Smith (Februar 2016).

Freitag, 2. September 2016

Calypso Craze - Sendung verpasst? Jetzt online hören oder downloaden

War eine fröhliche, wie hintergründige und auch überfällige Entdeckungsreise ins Calypso-Genre. Etwa der Blick hinter die Fassade des Andrew Sisters Klassikers "Rum & Coca Cola" oder die Banana-Boat-Story, incl. des wenig bekannten Originals. Nat King Coles "Calypso Blues" darf man eine Offenbarung nennen - zum Niederknien! Lord Invader, The Lion, Sir Lancelot, Lord Melody und The Mighty Panther (nicht jugendfrei) sorgen für den original Calypso Sound aus Trinidad. Gut gelaunte Musik mit oft doppelbödigen Texten.
Swing-Freunde kommen u.a. bei der Liaison mit Calypso-Klängen (das Duett von Ella Fitzgerald und Louis Jordan) auf ihre Kosten. Für den trotzigen Schuss Anarchismus sorgt der coole Schauspieler Robert Mitchum. Auch mehr oder weniger gelungene Calypso-Gesänge made in Germany durften nicht fehlen. Also, tut euch den Gefallen!
Meine Sendung könnt ihr bequem herunterladen (bzw. den Tönen online lauschen) - einfach auf den farbig unterlegten Download-Button  klicken. Viel Spaß beim Hören.
Die Aufforderung "Erstellen Sie ein kostenloses Dropbox-Konto" kann auch mit einem Klick auf "Nein, danke. Weiter zum Download" beantwortet werden - bzw. das Pop-up-Fenster einfach schließen.


Ohrenschmaus ...


PLAYLIST
01 Harry Belafonte - Day-O (Jingle)
02 The Lion - Marry An Ugly Woman
03 Sir Lancelot - Shame & Scandal
04 Nat King Cole - Calypso Blues
05 Andrew Sisters - Rum & Coca Cola
06 Lord Invader - Rum & Coca Cola
07 Lord Melody - Boo Boo Man
08 Alice Babs - Mama Ist Aus Kuba
09 Ella Fitzgerald & Louis Jordan - Stone Cold Dead ..
10 Wilmoth Houdini - Black But Sweet
11 Louis Jordan & The Tympany Five - Run Joe
12 Ella Fitzgerald - My Bonnie Lies Over The Ocean
13 Banana-Boat-Story (mit Edric Connor, Michiko
     Hamamura und Leo Leandros)
14 Robert Mitchum - What Is This Generation Coming To 
15 The Mighty Panther - Big Bamboo
16  Edric Connor - Manchester United Calypso
17  Calypso Rose - Abatina 


Wie immer bin ich neugierig, wie ihr die Sendung fandet. Kommentare könnt ihr hier posten oder mir per mail schicken: radiowelt@arcor.de

Samstag, 20. August 2016

Calypso Craze! Ein berauschender musikalischer Cocktail. Mittwoch, 24.8. (21 Uhr) live im Freien Radio

Für größere Ansicht auf den Flyer klicken

"Weil Mama immer gern ein Gitarrensolo bringt, weil Papa ganz genau so wie Belafonte singt". Calypso – ein berauschender musikalischer Cocktail! Ist in Trinidad und den West-Indian Islands zu Hause. Eine überfällige musikalische Entdeckungsreise. Wir treffen den "King of Calypso", Harry Belafonte, der diesen Titel so gar nicht mochte, die Musik aber berühmt gemacht hat. Auch auf Bastarde, die sich mit einem Augenzwinkern hinter ihren klangvollen Pseudonymen verstecken:  Atilla The Hun, Mighty Sparrow, The Lion, Macbeth The Great oder Lord Invader.  Letzterer hieß eigentlich Rupert Grant, stammt aus Trinidad und sang „Rum & Coca Cola“ schon 1944. Hinter der fröhlichen Fassade dieses Liedes verbirgt sich durchaus Sozialkritisches. Die während des Second World War auf Trinidad stationierten US-Soldaten überschwemmten die Karibik-Insel mit ihren Dollars und dem besungenen Getränk. Im Gegenzug erwarteten sie von den Frauen Trinidads einen besseren Preis für die käufliche Liebe ("working for the Yankee Dollar"). Der Song gelangte nach Amerika, wurde textlich entschärft, von den Andrew Sisters aufgenommen und brachte es zum wahren Million Seller.
In den späten Fifties zog es den coolsten Schauspieler aller Tage, Robert Mitchum, zu Dreharbeiten nach Trinidad und Tobago. Der Faszination Calypso konnte er nicht widerstehn. Zurück in seiner amerikanischen Heimat nahm er ein hinreißendes Album auf (Calypso – is like so, 1957). Was zunächst nach einer kauzigen Parodie aussah (Mitchum singt mit ‚fake accent‘), ist eine Sternstunde in schwarze Rillen gepresst, der der Zahn der Zeit nichts anhaben kann.



Great Macbeth, Count of Monte Christo, Lord Invader & Wilmoth Houdini (N.Y. 1947)

Calypsoaufnahmen haben einen oft typischen Wortwitz, den doppelten Boden, das sogenannte double entendre. So hält z.B. der oft gecoverte Klassiker "Marry An Ugly Woman“ einen wertvollen Ratschlag für die Männerwelt bereit: vom pragmatischen Standpunkt her sei es doch besser, eine hässliche Frau zu heiraten, die mache weniger Ärger.
Der Calypso feierte weltweit Erfolge. Nat King Cole, Ella Fitzgerald und Louis Armstrong versuchten sich erfolgreich an den exotischen Klängen. Man mag es kaum glauben, aber die Calypsowelle schwappte Ende der 1950er Jahre auch bis nach Germany herüber. Die Adaptionen klingen skurril  ("Mama kommt aus Kuba" von Alice Babs zum Beispiel) und auch schon mal nach "Sarotti-Mohr" und anderen Rassismen. Lust auf mehr? Dann steigt ein in‘s Banana Boat (Day-O), schaltet euer Radio an und freut euch auf den Manchester United Calypso, Bebop-Calypso-Carnival mit Sonny Rollins, den wunderbar diabolischen Wilmoth Houdini and many more.
Mittwoch, 24. August, 21.00 Uhr (Wiederholung am 25. August, 13.00 Uhr)
Freies Radio Kassel – 105,8 Mhz oder Live-Stream www.freies-radio-kassel.de